Einfach Natürlich
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© Amazing Carp Fishing 2010 -2012
Gerade in stark befischten Gewässern haben unsere Lieblinge schon mit fast jeden erdenklichen Boilies Bekanntschaft gemacht.
Genau dort wird es immer schwieriger regelmäig Karpfen zu fangen. Ich denke gerade hier ist es sehr wichtig, dass ein Köder so
natürlich wie möglich aufgebaut sein sollte . Was also läge näher, als unsere Köder der natürlichen Nahrung der Karpfen
anzupassen. Sollte man nicht darüber nachdenken, eben genau diese Naturnahrung mit unserem heutigen, teilweise modernen
Ködern in Einklang zu bringen. Ca. 80% dieser Naturnahrung besteht aus Muscheln, Krebsen und allerlei anderen Klein- Insekten.
Weshalb sollte man sich also genau diese nicht zu Nutze machen. Ich experimentiere seit längerer Zeit, mit genau solchen Zutaten.
Zu meinen Favoriten zählen nach wie vor, Gamarus, Wasserflähe, Seidenraupen-Larven, Garnelen usw. Diese Insekten lassen sich
in jedem erdenklichen Boiliemix verarbeiten, ob Birdfood. o.- Fishmix. Als Basismix dient mir meist der Birdfoodmix von Xteme-
Bait. Diese enthalten viele wichtigen Vitamine und Proteine die für Karpfensehr wichtig sind. Der Einsatz von Insekten variiert je
nach Art, zwischen 5-10 %. Dessen Anteil sollte man auch nicht unbedingt überschreiten, da diese Zutaten sehr leicht sind. Ich
empfehle beim Einsatz von Trocken-ködern, diese ein bis zwei Tage einzulegen, um später im Boilie deren starkes auftreiben zu
vermeiden, so dass die Boilies nicht anfangen zu schwimmen. Bestens geeignet hierfür sind öle aller Art, wie bspw. Black Pepper
oder Lachs Öl. Einlegen kann man diese aber auch in jedem Liquid Booster oder Extrakt, gleich ob dieser süßlich, würzig-scharf
oder fischig ist. Insekten haben weitere verschiedene Vorteile. Sie bieten bspw. eine Menge verschiedener Eiweiße, Proteine und
Vitamine, die in recht hohen Konzentrationen vorkommen und für den Karpfen sehr wichtig sind. Darüber hinaus, sind sie für den
Karpfen sehr leicht verdaulich und gut verträglich, was letztendlich für deren Wohlbefinden und Fresslaune entscheidend ist.
Gerade in Gewässern wo solche Nahrung, wie Muscheln oder Krebse verstärkt vorkommt, kann man mit dieser Methode gute
Erfolge erzielen.
Zu all diesen Insekten, Muscheln und anderen Kleinstlebewesen, verwende ich zusätzlich ein Grundfutter der etwas andern Art .
Dies soll die Lockwirkung, gerade bei Kurztripps noch verstärken. Dieses Futter besteht aus verschiedenen Mehlen, Haferflocken,
Hanf, Birdfoods und verschiedenen Extrakten wie, z. B. Stimulator Liquid . Die Mehle, meist bestehend aus Kobramelasse (ca.
20% ), süßem Biskuit ( ca. 35% ), geröstetes Maismehl (ca. 20 % ), Birdfoods ( ca. 15% ) und Hanfmehl (ca. 10% ). Diese
vermenge ich mit Haferflocken, die einige Stunden zuvor in Leberextrakt eingeweicht waren und somit dessen fressstimulierendes
Aroma auf zu saugen. Sie sind später im Wasser sozusagen der Attraktor und geben schon nach relativ kurzer Zeit genau dieses
Aroma als erstes frei. Das ist gerade bei kurzen Ansitzen in denen meist wenig gefüttert wird sehr wichtig, um eine schnelle
Lockaktion zu gewährleisten. Sie sorgen letztendlich auch dafür, dass das Grundfutter nach einer gewissen Zeit langsam und stetig
zerfällt und nicht wie ein Klumpen Teig am Boden liegen bleibt. Somit kann das Futter im Laufe des Zerfallens sein volles Aroma
und somit seine volle Lockwirkung entfalten. Der Hanf, oder das Hanfmehl, wie man es lieber will, spielt stets eine wichtige Rolle
im Futter. Ich benutze meist gerösteten und grob gemahlenen Hanf. Dieser hat meiner Meinung nach das beste Aroma. Er soll auf
natürliche Art und Weise den Appetit der Karpfen anregen und für eine gute und schnelle Verdauung sorgen. Aber in Maasen; ein
Anteil von 10% ist absolut ausreichend.Weitere gute Ergebnisse kann man mit einem zusätzlichen Partikelmix erzielen. Gerade in
Gewässern wo viel mit Boilies gefischt wird und Karpfen dort oft nichts anderes kennen, bewirkt ein solches oft wahre Wunder. Es
gibt ja mittlerweile die unterschiedlichsten Partikel auf dem Markt. Angefangen bei Erdnüssen über Tigernüsse , bis hin zu
Kichererbsen, Lupinen und Bohnen. Man sollte aber nicht unbedingt wahllos alles mischen was einem in die Finger kommt,
sondern seine Partikel individuell dem entsprechenden See anpassen. Des weiteren sollte man beim zusammenstellen eines P- Mix
, immer die Kochzeiten der einzelnen Bestandteile beachten. Während Hanf und Mais eher nur kurz gekocht werden müssen, um
nicht zu zerfallen, brauchen Tigernüsse um einiges länger um vollständig durch zu sein. Tipp: Weicht man die Partikel ca. 24 Std.
ein, kann man deren Kochzeit um einiges verkürzen. Meine Favoriten zählen zu den Klassikern unter den Partikeln. Tigernüsse,
Mais, Hanf und Maples sind hierbei meine persönlichen Favoriten. Man muss diese verschiedenen Partikel auch nicht immer und
unbedingt mischen, denn auch als Soloköder können sie gute Resultate erzielen. Gerade über das Thema Hanf wurde in der
Vergangenheit viel diskutiert und geschrieben. Ist dies nun DER Karpfenköder oder nicht ? Deshalb will ich dazu auch nicht allzu
viele Worte verlieren. Die besten Resultate konnte ich jedenfalls mit Hanf als Einzelfutter, eingeweicht in etwas Anisöl erzielen.
Aber Vorsicht; an Seen mit hohem Weisfischbestand, kann dies schnell zu einem Top Brassen und Rotaugenköder werden, der die
doch ein oder andere schlaflose Nacht bringt.
Nun, zum Mais gibt es zu sagen, dass ich der Meinung bin, dass
dieser immer noch, auch wenn er teilweise etwas aus der Mode
gekommen scheint, immer noch zu einem der Top Karpfenköder
überhaupt zählt. Ob nun pur oder nachbehandelt, konnte ich mit
Mais schon immer gute Erfolge erzielen. Darüber hinaus gibt es die
verschiedensten Methoden diesen anzubieten. Eine Methode die ich
überhaupt nicht anwende und von der ich auch nicht viel halte, ist
Hartmais zu füttern. Ich glaube nicht dass der Karpfen mit einem
solchen viel anfangen kann. Im Gegenteil, ich bin sogar davon
überzeugt dass er den Karpfen auf Dauer schadet. Er wird ihn wohl
erst mal fressen, aber bringt es dem Karpfen auch wirklich etwas?
Ich glaube nicht. Mais sollte grundsätzlich immer gekocht, oder zumindest angekocht werden damit er aufquellen kann. Erst dann
kann er sein volles, süßliches Aroma voll entfalten und kann vom Karpfen um einiges besser verdaut werden. In letzter Zeit testete
ich verschiedene Extrakte und Öle im Mais auf ihre Aromaentfaltung und deren zusammen-hängende Lockwirkung. Dabei viel auf,
das gute Ergebnisse mit dem Corn Step Liquid erzielt wurden. Dies ist ein Extrakt das vom Aroma her an vergorener Mais und
Weizen erinnert. Es ist gewähnungsbedürftig im Geruch, aber absolut perfekt geeignet für eine solche Anwendung. Auch Black
Pepper Oil konnte überzeugen und findet mittlerweile sehr oft Anwendung in allen meinen Partikeln
Letztendlich bleiben nur noch die Tigernüsse und die Mapels, die zumindest bei meinem Mix, nur zusammen Anwendung finden.
Durch die gewisse Härte der Tigernüsse werden sie auch an Seen mit hohem Weisfischbestand , nicht so schnell von den Rotaugen
und Brassen angenommen, wie beispielsweise Hanf oder Mais. Durch ihr nussig-süßes Aroma, sind sie ein Leckerbissen für jeden
Karpfen. Sicherlich einer der erfolgreichsten Karpfenköder der letzten Jahre . Sie sollten eigentlich in keinem guten Partikelmix
fehlen. Aber auch solo ein echter Renner, keine Frage. Maples hingegen sind nach dem kochen recht weich und haben auch einen
schönen süßlichen Geschmack, was sie bei Karpfen zu einem beliebten Köder macht. Komischerweise konnten sie bei mir in der
Vergangenheit, als Soloköder nie richtig überzeugen, warum auch immer. Im Mix mit Tigernüssen und Hanf hingegen , waren sie
aber immer ein fähiger Zusatz.Also letztendlich denke ich, ist die Natürlichkeit eines Köders mit nichts zu vergleichen.
Uwe Rothardt
Karpfenfischen,Karpfenangeln,Carp Fishing und Uwe Rothardt
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